Drahteseln


2004 war es damals soweit, ich hatte es endlich geschafft. Ich packte schließlich meine ganzen Sachen zusammen und brach zu einer zweimonatigen Reise ins Unbekannte auf. Das Ziel war bekannt, ich wollte von Freiburg aus Gibraltar erreichen, der Weg dagegen war die unbekannte Variable.

Wieso es Gibraltar war, kann ich heute nicht mehr so genau sagen, einige wenige Überlegungen sind aber im Gedächtnis geblieben. Anfangs hatte ich, entsprechend den 4 Himmelsrichtungen, vier verschiedene Ziele.

Nach Norden das Nordkapp, im Osten das schwarze Meer, im Süden Sizilien und im Westen schließlich Gibraltar. Da es im April losgehen sollte, war ich mir nicht sicher wie die Bedingungen in den Alpen und in Skandinavien sein werden, daher schloss ich diese aus. Die Donau hinunter war mir in der Hinsicht etwas heikel, dass es mit der Sprache etwas schwierig werden könnte. Der weitere Grund war das damalige Wissen über diese Länder. Und dort wollte ich nicht gerade alleine die Donau entlang fahren. Heutzutage wäre es sicher anders und diese Idee spukt mir tatsächlich noch in meinem Hinterkopf umher.

So blieb schließlich nur noch Gibraltar über. Ich nahm mir damals zwei Monate Zeit, den ersten Monat für den Weg nach Gibraltar, der zweite Monat für irgendeine andere Richtung. Beim Losfahren hatte ich mir überlegt das ich nach Portugal fahren könnte und über das Baskenland zurück nach Hause.

Dieser Plan wurde aber schnell verworfen, denn als ich nun in Gibraltar ankam und mir bewusst wurde das Afrika zum Greifen nah war und das mir diese Möglichkeit nicht wieder so schnell geboten wird, diesen großen und noch unbekannten Kontinent das erste Mal in meinem Leben betreten zu können.

Anfangs plante ich vielleicht eine Woche für Marokko ein, schlussendlich wurde es aber ein ganzer Monat.

Dies hier ist mein Reisetagebuch das ich damals auf meiner Homepage veröffentlichte. In Zeiten von Web 2.0 hab ich dieses Tagebuch in Form eines Blogs aufleben lassen. Es ist bis heute noch nicht vollständig, vieles schlummert noch in Papierform vor sich hin, doch will ich irgendwann, wenn ich genügend Zeit habe, die noch fehlenden Seiten mit den damals erlebten Geschichten zu füllen.

Auch habe ich gemerkt beim nochmaligen Lesens, das ich manchmal ziemlich wütend über die Preise der Campingplätze war und öfters Wucher geschrieben hatte. Ob dies gerechtfertigt war, kann ich heute nicht mehr so sagen. Ich weiss nur, dass ich damals sehr genau auf mein Geld schauen musste und ob nun ein Zeltplatz 5 Euro oder 10 Euro gekostet hat ein sehr großer Unterschied war.

Wenn ich diese Reise nochmals machen würde, würde ich mir viel mehr Zeit nehmen und den ersten Teil der Reise nicht in einem Monat runterzureissen, sondern lieber dafür alleine schon 2 Monate einzuplanen. Dennoch will ich die Reise nicht schlecht reden. Es war schliesslich der schönste und faszinierendste Urlaub meines Lebens.



10. Mai – Marrakesch – Imlil


Ok, nächster Morgen, ich hab meinen Rucksack gepackt gehabt mit Schlafsack und Kocher und schön gestopft, bei 20 Liter kann man eben nicht viel mitnehmen und die Sachen runtergebracht wo ich sie auch freundlicherweise unterstellen durfte, ausserdem sollte ich auch noch für das Zimmer zahlen, ich weiss es bis jetzt nicht, aber ich glaub langsam, ich hab am Tag davor wirklich nicht gezahlt. Weiterlesen »



9. Mai – Marrakesch


Diesmal wurde wirklich nur eine Nacht daraus und diesmal war es auch meine erste Nacht in einem Hotel. 70 Dh hieß es, 50 Dh hab ich nur gezahlt. Weiterlesen »



7. – 9. Mai – Casablanca


Auch in Casablanca blieb ich 2 Nächte, diesmal aber wirklich spontan
In dem Hostel traf ich auf Daniel aus der Schweiz, der auf sein Visum für Lybien wartete und nicht wußte was CH bedeutete und wie hoch das Matterhorn ist. Viktorjia aus Slowenien, die in Marokko arbeitete, Chris, der sich auf Weltreise befand und eigentlich Literaturprofessor in Moscow, aber nicht in Russland sondern in Idaho ist und zuletzt Anjali aus Sidney.

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5. – 7. Mai – Rabat


Im Zug nach Rabat lernte ich Ilham kennen, eine Diplom-Elektrotechnikerin die als Französisch-Lehrerin arbeitete. Sie kam aus der Nähe von Rabat und wir unterhielten uns fast die gesamte Fahrt über. Es war ein sehr interessantes Gespräch über Land, Leute, Politik, Reisen und, weil ich im Hostel in Tanger nur ein Reiseführer in der Hand hatte, der von 1986 war, wo die Frauen sehr schlecht weg kamen, auch darüber. Was zu einigem Grinsen der 2 Schulmädels führte die auch im Abteil waren. Weiterlesen »



3. – 5. Mai – Tangier / Tanger


Ich blieb 2 Nächte dort, eigentlich wollte ich sofort verschwinden, soviel schlechtes hab ich von Tangier/Tanger gehört. Wieso ich dennoch blieb ? Erst einmal mußte ich den richtigen Bahnhof finden, denn den, den ich fand wollte keine Fahrräder sehen, geschweige denn eines befördern. Außerdem brauchte ich einen Führer, aber einen aus Papier und nicht einen aus Fleisch und Blut, so wie es zu ihn zu Hunderten hier in Marokko gibt, geschweige denn so einen an den nun so mancher Leser gerade denkt. Ein weiterer Grund war die Zeitumstellung. Es ist schon blöd, wenn man um 8 Uhr vor den Läden steht und sich wundert das alles geschlossen ist, bis man irgendwann mal auf eine Uhr schaut und einem die Erkenntnis kommt, das es doch erst 6 ist. Weiterlesen »



Überfahrt Algeciras – Tangier


Um 16 Uhr war ich schließlich in Algeciras, ersteinmal auf der Suche nach einem Buchladen, wie aber die allermeisten Geschäfte in dieser Stadt waren diese geschlossen. Siesta, wunderbar. Also gings zum Hafen um dort mal den Preis für die Überfahrt zu erfahren, 25,80 Euro für mich und sage und schreibe 27,30 Euro für mein Fahrrad, die gleiche Kategorie wie ein Motorrad. Weiterlesen »



18. Tag – Valencia


Als erstes gings auf der Autovia in die Stadt. Den Serviceweg daneben hab ich viel zu spät gesehen, nichtsdestotroz leb ich immerhin noch.

Das Problem war nun wie in fast jeder Stadt, die Frage nach der Unterkunft. Es ging also zum Bahnhof, den hat man am besten gefunden und wo viele Reisende ankommen, da wirds auch ein Touristeninformation geben. Und siehe da, genau so war es auch. Dort wurden mir von zwei Hostels, eins besonders empfohlen. Weiterlesen »



17. Tag – Cap y Corp – kurz vor Valencia


Der Versuch zurück auf die RN zu kommen, stellte sich doch schwierieger heraus, als gedacht, schließlich war ich ja noch an der Küste. Mit der Hilfe eines Einheimischen gings dann über irgendwelche Schotterpisten hinweg und schließlich gelang es dann doch. Bei Castello gings dann wieder etwas mehr an die Küste. Nur leider alles zugebaut mit allen möglichen Bettenbunkern, dann doch lieber RN und Orangen oder Mandarinen “bestaunen”. Und tatsächlich hat es dann auch wirklich mal geklappt, eine Plantage zu finden, die nicht mit Zaun umrandet oder schon abgeerntet war. Weiterlesen »



16. Tag – L’Ampolla – Cap y Corp


Man sollte aufpassen, wo man sein Zelt aufbaut. Der Friedhof war ja ok, nur die Fabrik, die 500m entfernt war, nicht. Die Fabrik leuchtete wie ein Weihnachtsbaum. Egal trotzdem gut geschlafen, so langsam gewöhnt man sich an alles.Ich wurde auch nicht von irgendwelchen Zombies und anderen Untoten heimgesucht. Anstelle von denen, aber von Schnecken. Zum Glück nur außen am Zelt.

Der kurze Schauer der sich angedeutet hatte, war bald wieder reinster Sonnenschein. Doch erst einmal hieß es sich nach was essbaren Ausschau halten, es war ja schließlich Sonntag. Doch zum Glück gibts in Spanien Geschäfte die auch am Sonntag offen haben. Weiterlesen »



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